Für Kinder |
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| Zoologischer Garten Chapultepec Schon in ihren Anfängen hat die Menschheit die Bedeutung der Natur für ihr Leben erkannt, und das widerum war der Schlüssel für ihre Entwicklung zur herrschenden Spezies. Zur Zeit des Mexica-Imperiums „la Gran Tenochtitlán“, bestand eine enge Bindung zur Natur. Das zeigt sich in den Adler- oder Jaguarkriegern, oder wenn man an die Gründung der Stadt denkt. In der prähispanischen Zeit waren die Gärten des Kaisers Moctezuma mit so viel Kunst gestaltet, dass die spanischen Eroberer nicht glauben konnten, was ihre Augen sahen. Wilde Tiere hatten dort auch einen besonderen Platz. Hernán Cortés hat es so beschrieben: „Moctezuma hatte ein Haus mit einem wunderschönen Garten mit hundert Aussichtspunkten, Jaspismarmor und Steinplatten waren da sehr gut bearbeitet. Man konnte in diesem Haus zwei sehr bedeutende Prinzen beherbergen und ihnen alle Dienste bieten. Das Haus hatte zehn Wasserteiche, wo man alle Arten von Wasservögeln sehen konnte, die dort heimisch sind, und sehr unterschiedliche, und die vom Fluss und von den Lagunen mit Salzwasser, die man von Zeit zu Zeit zur Reinigung leerte ( ...) jede Vogelart bekam die seiner Art entsprechende Pflege(...) über jedem Vogelbecken oder Teich gab es schön geschmückte Flure und Aussichtspunkte, wo der würdige Moctezuma seine Freizeit verbrachte....“ Mit der Zeit und der Eroberung verschwanden diese traumhaften Gärten und man erinnerte sich erst wieder an die Vergangenheit, als der Biologe Alfonso Luis Herrera im Jahr 1923 den Zoologischen Garten von Chapultepec gründete, dank der Unterstützung des Ministeriums für Landwirtschaft, der Gesellschaft für Biologische Studien und der Bürger, die sich für Tierschutz interessierten. Das ursprüngliche Projekt war im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten, erlebte aber kürzlich eine Umstrukturierung, als der Zoo von der Stadtregierung übernommen wurde. Die Tiere kamen in Freigehege, nach Klimazonen verteilt, und somit wurden die alten einengenden Käfige, Gitter und Zäune überflüssig. Ein Vogelhaus, im Stil von dem Moctezumas, wurde auch gebaut. An diesen Projekt nahmen mehr als 2500 Personen teil, unter der Leitung von Luis Ignacio Sánchez, Francisco de Pablo, Rafael Files, Marielena Hoyo, Ricardo Legorreta, Roger Sherman, Laura Yáñez und vielen mehr, die mit grossem Enthusiasmus die Umgestaltung in Recordzeit beendeten. Das Erste, dass ein Besucher im Zoo besichtigen sollte, ist die kleine Eisenbahnstation des Zugs, der früher durch den Park fuhr, und die heute ein Museum ist, wo man etwas über die Geschichte des berühmten Parks erfahren kann. Am Ausgang des Zoomuseums findet man auf einen Plan die verschiedenen Zonen des Parks, geordnet nach Klimazonen und Habitat, wie folgt: tropischer Wald, gemässigter Wald, Savanne, Wüste und Prärie. In jeder Zone finden wir die dort einheimischen Tieren. Ein Weg, an dem einige Cafés liegen, verbindet diese verschiedenen Zonen wo die Besucher nur durch Gräben, Wassergräben und Höhenunterschiede von den Tieren getrennt sind. Wenn man die Tiere wegen ihrer Grösse nur aus der Nähe beobachten kann, werden sie vom Zuschauer durch Glasfenster, Netze oder Seile getrennt. Da sich der Zoologische Garten in der Mitte der Stadt auf begrenztem Raum befindet, musste man bei der Umgestaltung die Umgebung respektieren, aber gleichzeitig versuchen, den Besucher in verschiedene Stimmungen zu versetzen, sodass er die Aussenwelt vergessen und die Tiere unbesorgt beobachten konnte. Bei unseren Rundgang haben wir ein Pärchen Präriewölfe gesehen, die sich vor der Menschenmenge zurückzogen; zwei unruhige Luchse die sich nach Katzenart gerekt und gestrekt haben, und dann weiter liefen; einen Lemur, kleines Tier mit langem Schwanz, grauem Pelz und feiner Schnauze, der mit seinen grossen, runden, gelben Augen das Publikum beobachtete. In dem Herpetarium haben wir den „Alcoetzalin“ beobachtet, der ein Symbol der schöpferischen Kraft des alten Mexikos war. Die Ureinwohner unseres Landes dachten, dass die Geborenen unter diesem Zeichen gute Arbeiter sein würden, grossen Reichtum besitzen, und stark und gesund sein würden. Dieses Tier repräsentierte auch den Sexualinstinkt. Wir folgen demselben Weg bis zu einer Abzweigung, die uns zum Vogelhaus führt, wo man viele Arten zur Schau stellt, die sich auch i Moctezumas Vogelhaus befanden, und andere Arten aus verschiedenen Regionen. Es ist unmöglich, hier alle Tiere des Zoos zu nennen, aber einige davon wie der Jaguar, der Tapir und die Giraffen ziehen die Aufmerksamkeit des Publikums besonders auf sich. Das Aquarium besitzt auch eine grosse Anziehungskraft; hier halten sich die Besucher am längsten auf, denn das Mysterium der Unterwasserwelt hält sie fest wie ein Magnet. Es ist auf zwei Ebenen gebaut, das Untere ist das Interessanteste, weil man dort, als wäre es Zauberei, die Seehunde wie schnelle Pfeile vorbeitauchen und die Eisbären schwimmen sieht. Es ist auch bemerkenswert, welche Anstrengungen Biologen, Ingenieure, Architekten, Leiter und Arbeiter im allgemeinen hier gemacht haben, um das Wesentliche der Landschaften zu erfassen, wenngleich eine genaue Nachbildung der Natur unmöglich ist. Eins der Ziele des Zoologischen Gartens ist es, die vielen vom Aussterben bedrohten Arten zu retten, indem man der Bevölkerung bewusst macht, wie wichtig die Tiere für das Gleichgewicht der Ökosysteme unseres Planeten sind. Ein Beispiel ist der Fall des schwarzen Nashorns, dessen Zahl sehr schnell abgenommen hat. Dieses Tier gibt es seit ungefähr 60 Millionen Jahren, ist ein Einzelgänger und sucht Gesellschaft nur zur Zeit der Paarung. Es ist vom Aussterben bedroht, weil einerseits sein Lebensraum enger und langsam zerstört wird, und andererseits wegen dem illegalen und skrupellosen Handel mit seinem begehrten, und als Aphrodisiakum angepriesenem Horn. Der Zoologische Garten von Chapultepec ist ein Beweis dafür, dass der Mensch auf die Natur einwirken kann, aber dass er es mit Respekt und Fürsorge machen muss, um keinen Schaden anzurichten, denn sie bildet ein harmonisches Ganzes, in der jedes Teil eine unersetzliche Rolle spielt. Wenn wir als Menschheit überleben wollen, müssen wir unsere Umwelt schützen. |
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